Bereits seit März diesen Jahres besteht die Partei inoffiziell. Am 15. September soll nun in Lippstadt die formelle Gründung der „Hanfpartei“ stattfinden. Die Partei wäre damit die erste Deutschlands, die sich die Legalisierung und Entkriminalisierung von Cannabis als oberstes Ziel gesetzt hat. Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg.

Dem Gründer der Hanfpartei ist das Ganze vor allem ein persönliches Anliegen. Bereits seit seiner Kindheit litt Roland Kohl unter starker chronischer Migräne, welche er durch den Einsatz von Cannabis erfolgreich und nachhaltig bekämpfen konnte. Nicht zuletzt deshalb ist ihm vor allem die Nutzung von Hanf in der Medizin ein großes Anliegen. Insgesamt verfolgt die Partei zukünftig eine Strategie, die zur sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit führen soll. Nach eigenen Aussagen möchte man dabei gesamtpolitisch das derzeit herrschende „linke Vakuum“ ausfüllen. Der vollständige Name der Partei wird deshalb auch „Hanfpartei – Die wahren Sozialdemokraten“ lauten.

Die Ziele sind hoch gesetzt: Die Partei strebt eine vollständige Entkriminalisierung von Cannabis an und fordert die kontrollierte Freigabe von jeglichen Cannabisprodukten an Personen ab 18 Jahren. Auch der heimische Anbau entsprechender Pflanzen soll unter bestimmten Bedingungen erlaubt werden.
Die Köpfe der Partei betonen aber, dass Ihr Parteiprogramm allumfassend und nicht nur auf Cannabis bezogen sei. So heißt es auf der Webseite der Hanfpartei: „Unser Konzept ist ökonomisch durchdachter als die Konzepte jeder anderen Partei. Wir dressieren den Kapitalismus, nutzen seine Antriebskraft, und ordnen ihn den Interessen sämtlicher Menschen unter. Als einzige Partei können wir die Mega-Probleme lösen, die andere Parteien nur verwalten: Armut, Niedriglohn, Niedrigrenten, Arbeitslosigkeit, Unterwerfung des Lebens unter die Anforderungen der Wirtschaft, Staatsverschuldung, Finanzspekulationen, Immobilienspekulationen, …“. Sie fordern deshalb unter anderem weitestgehend die Abschaffung von Steuern im Allgemeinen und die Einführung eines sogenannten bedingungslosen Grundeinkommens.

wiefern die Partei eine politische Zukunft hat, wird sich aber erst noch zeigen. Nach der offiziellen Gründung der Partei im September müssen zunächst einmal 4.000 Unterschriften von Unterstützern gesammelt werden. Erst dann darf die Hanfpartei auch an offiziellen Wahlen teilnehmen. Die derzeitigen Mitgliedern des Interessenverbandes sind aber zuversichtlich und haben sich als Ziel gesetzt, bereits in 2 Jahren an den Bürgerschaftswahlen in Hamburg teilzunehmen.