Am 17. Oktober 2018 wird für viele Kanadier ein lang ersehnter Tag sein. Ab diesem Tag nämlich kann man in Kanada legal berauschende Cannabisprodukte auch für den privaten Freizeitgebrauch erwerben. Mit 56 zu 30 Stimmen wurde der sogenannte „Cannabis Act“ beschlossen.

Erst vor wenigen Tagen hat das Parlament abgestimmt und nun ist es offiziell. Die Legalisierung von Cannabis, welche Teil des Wahlkampfes des derzeitigen Premierministers Justin Trudeau war, findet statt. Die knapp vier Monate bis zum offiziellen Eintritt der Legalisierung soll dafür dienen, eine entsprechende Infrastruktur zu schaffen. Trudeau selbst äußerte sich dazu folgendermaßen:

„Wir werden ein neues System haben, das Cannabis von unseren Jugendlichen fernhält und dem organisierten Verbrechen den Profit nimmt“.

Und damit greift er von Befürwortern der Legalisierung häufig genutzte Argument auf, denn durch die regulierte Abgabe von Cannabis wird sichergestellt, dass nur volljährige Personen entsprechende Produkte erwerben können. Illegal arbeitenden Dealern wird so das Leben sehr schwer gemacht, denn es fehlt an Kundschaft. Bisher schätzt man, haben solche „Verbrecher“ allein in Kanada rund 6 Milliarden Dollar jährlich umgesetzt.

Somit wird THC-reiches Cannabis in ganz Kanada für Personen ab 18 Jahren frei verkäuflich sein.

Kanada wird damit auch zum ersten G20- und G7-Land, welches Cannabis für den Freizeitgebrauch legalisiert. Nach Meinung vieler Experten war es nun auch an der Zeit, denn Cannabis für medizinische Zwecke war in Kanada bereits seit 2001 erlaubt.

Ein Gramm Marihuana soll übrigens zwischen 10 und 12 CAD (Canadian Dollars) kosten. Das sind um die 6 bis 7 Euro. Darin sind bereits Steuern enthalten, wodurch sich die aktuelle Regierung natürlich enorme Einnahmen verspricht.

Nun bleibt es lediglich abzuwarten, wie groß die Nachfrage am Ende tatsächlich sein wird und ob der Markt ausreichend vorbereitet ist. Lieferengpässe oder Überproduktion könnten nämlich zu erheblichen Veränderungen der Preise führen.

Mason Tvert (ein Sprecher des „Marijuana Policy Project“s) äußerte sich vor kurzem folgendermaßen dazu: „Kanada demonstriert im Bereich der Regulierung von Cannabis viel Mut. (…) Sie geben sowohl für die USA (…) als auch für Länder auf der ganzen Welt, in denen dies bisher kein großes Thema war, ein wunderbares Beispiel“ (Anm. d. Red.: aus dem Englischen übersetzt)

Hannah Hetzer – eine weitere Expertin zum Thema und Führungskraft der „Drug Policy Alliance“ fügt hinzu: „Kanadas dezentralisiertes System gibt den einzelnen Regionen des Landes die Freiheit, ihre jeweiligen Gesetze zum Thema Cannabis der jeweils eigenen Situation entsprechend anzupassen.“ (Anm. d. Red.: aus dem Englischen übersetzt)

Nebst Uruguay ist Kanada erst das 2. Land, welches die Legalisierung durchgeführt hat.

Cannabis das globale Geschäft – Legalisierungen eröffnen neue Wirtschaftszweige